Normalerweise lese ich keine Bücher, die auf Bestsellerlisten stehen und von allen möglichen Leuten hochgelobt werden. Nachdem ich
Illuminati von
Dan Brown gelesen hatte, wußte ich auch wieder, warum das so ist.
Sicherlich war das Buch streckenweise spannend mit der einen oder anderen überraschenden Wendung, aber prinzipiell war es für mich wie Fast Food - leicht konsumierbar ohne irgendeinen Nährwert.
Dabei ist die Grundidee des Buches gar nicht mal so schlecht, Geheimgesellschaften, die seit Jahrhunderten danach trachten, die Weltherrschaft an sich zu reißen, der Kirche den Garaus zu machen oder eine neue Rasse von Menschen zu kreieren, versprechen Rätsel und Spannung, die in historischem Kontext verpackt dem Leser das Gefühl geben, in der Geschichte
könnte ein Körnchen Wahrheit stecken.
Umberto Ecos Foucaultsches Pendel zum Beispiel ist ein wahres Meisterwerk mit genau diesem Thema.
Was meiner Meinung nach Dan Browns Werken fehlt, ist Tiefe. Beim Lesen hatte ich immer wieder das Gefühl, der Autor hätte beim Schreiben in einem Handbuch für Creative Writing nachgeschlagen und sich Punkt für Punkt daran gehalten
Wie man einen verdammt guten Roman schreibt.
Das Ergebnis ist glatt und flüssig und kann leicht gelesen werden, aber es fesselt mich nicht länger als einen regnerischen Sonntagnachmittag, an dem ich mir die Zeit vertreiben will.
Solche Bücher liest man einmal, legt sie anschließend weg und nimmt das nächste zur Hand.
Das Foucaultsche Pendel hingegen wird auch beim dritten Lesen immer noch nicht langweilig.
Als ich meine Meinung zu Illuminati kund tat, mußte ich mir sagen lassen, ich hätte zu hohe Erwartungen. Schließlich können die Millionen an verkauften Büchern doch nicht lügen, oder? Und auch nicht die vielen Freunde und Bekannte, die mir von dem Roman so vorgeschwärmt haben. (Heißt das jetzt, daß all diese Menschen das Buch gut finden, weil sie keine hohen Erwartungen haben?)
Mag sein, daß ich Ansprüche an ein gutes Buch stelle.
Jedenfalls weiß ich jetzt wieder, daß ein Buch, das in den höchsten Tönen von den Medien gelobt, als Bestseller gehandelt und von jedem Hinz und Kunz gelesen wird, nicht unebdingt gut sein muß. Es muß sich nur gut
verkaufen lassen...